Augenbrauenpiercing

Beim Augenbrauenpiercing handelt es sich um ein Piercing, bei dem ein Curved Barbell oder ein Ball Closure Ring meist vertikal durch die Augenbraue gestochen wird.

Augenbrauen Piercing Geschichte und die Kultur

Das Augenbrauenpiercing ist eines der wenigen Piercings, die neben rein ästhetischem Dasein keinerlei weitere symbolische oder sexuelle Bedeutung oder kulturelle Herkunft besitzen. Es kam erstmals in den 1980er Jahren auf und gewann vor allem in den 1990ern an Beliebtheit.
Chuck Mosley, Sänger der Band Faith No More gilt als einer der frühen prominenten Träger die zur Popularisierung des Piercings beigetragen haben sollen. Zu den weiteren prominenten Trägern gehört der Rock-Musiker Jonathan Davis mit drei Barbells über der rechten Braue.

Augenbrauenpiercing Stechen

Das Augenbrauenpiercing ist ein sogenanntes Oberflächenpiercing, da sich der Einstich- und der Austrittskanal auf einer Ebene befinden. Aufgrund der Stichführung knapp unter der Haut ist der Stichkanal von sehr wenig Gewebe umgeben. Das Piercen der Augenbraue wird meist am äußeren Drittel der Braue vorgenommen und kann sowohl vertikal als auch horizontal erfolgen, wobei erstgenanntes Verfahren favorisiert wird.

Wie auch bei anderen Piercings, wird zunächst die zu durchstechende Hautpartie desinfiziert. Anschließend werden die Ein- und Ausstichstelle markiert, mit einer Klemmzange fixiert und einer speziellen Nadel durchstochen.

Probleme beim Stechen eines Augenbrauenpiercings

Das Piercen der inneren zwei Drittel der Augenbrauen birgt eine große Gefahr der Verletzung von Gesichtsnerven, was schlimmstenfalls zu einer dauerhaften Gesichtslähmung führen kann. Unter Umständen können Ausläufer des Trigeminusnervs getroffen werden. Augenbrauenpiercings heilen relativ schnell ab, meist innerhalb von vier bis acht Wochen. Es bringt ein verhältnismäßig geringes Infektionsrisiko mit sich. Aufgrund der Lokalität ist bei diesem Piercing mehr als bei anderen Piercingarten zu beachten, dass während der Abheilphase keine Schminke, Haarspray, Reinigungsmilch und dergleichen an den Stichkanal gelangt.

Augenbrauenpiercing Variationen

Das Augenbrauenpiercing wird meist im äußeren Bereich der Braue und mit einem Winkel gestochen, sodass die obere Einstichstelle weiter außen liegt als die innere Einstichstelle und sich somit dem bogenförmigen Verlauf der Augenbraue anpasst. Exakt vertikal gestochene Piercings, oder solche im inneren Bereich der Braue neben dem Nasenrücken, sind eher selten.
Neben diesem klassischen Augenbrauenpiercing, sind auch Sonderformen mit anderer Position möglich.

Horizontales Augenbrauenpiercing

Das horizontale Augenbrauenpiercing wird waagerecht durch die Augenbraue gestochen. Diese Variante kann sowohl unmittelbar über als auch unter der erhöhten Kante der Braue platziert werden. Die erstere Option wird allerdings häufiger gestochen.
Weil Ein- und Ausstichstelle hierbei noch genauer auf einer Ebene liegen als beim vertikalen Augenbrauenpiercing, wird in der Regel ein Surface-Bar eingesetzt um die Gefahr des Herauswachsens zu minimieren. Beim gewöhnlichen Augenbrauenpiercing ist dagegen ein gebogener Barbell ausreichend.

Anti – Augenbrauenpiercing

Bei dem Anti-Augenbrauenpiercing handelt es sich genau genommen nicht um ein Augenbrauenpiercing, sondern um ein Oberflächenpiercing im Bereich des Jochbeins, also im oberen Wangenbereich unterhalb des Auges.
Da es optisch an Tränen erinnern kann, wird es auch englisch als Teardrop-Piercing bezeichnet. Meist ist es mit einem Winkel platziert, sodass der obere Ausgang des Stichkanals weiter innen im Gesichtsbereich sitzt als der untere Ausgang.
Auch bei diesem Piercing wird in der Regel ein Surface-Bar eingesetzt.

Quelle: wikipedia.de
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Helix Piercing

Ein Helix-Piercing ist ein Piercing an der Helix, der wulstartigen Umrandung der Ohrmuschel. An dieser Stelle besteht die Ohrmuschel aus Knorpelgewebe.

Helix Piercing Stechen – Heilung und Risiken

Wie auch bei anderen Piercings wird zunächst die zu durchstechende Hautpartie desinfiziert. Anschließend wird die Einstichstelle, meist auf der Vorderseite der Ohrmuschel, markiert und mit einer speziellen Nadel durchstochen. Die Durchführung kann unter Umständen schmerzhafter sein, als an knorpelfreien Körperstellen.

Knorpel wird nicht durchblutet, er gehört zu den bradytrophen Geweben, weshalb der Heilungsprozess wesentlich mehr Zeit beanspruchen kann, als zum Beispiel bei einem Piercing des Ohrläppchens (Lobe-Piercing).

Eine Alternative zum Stechen mit einer medizinischen Hohlnadel ist das Punchen. Dabei wird etwas Knorpelgewebe entfernt, wodurch Druckschmerzen vermindert werden, oder ganz ausbleiben und die Zeit der Heilung verkürzt wird.

Der Heilungsprozess beträgt beim gestochenen Helix-Piercing in der Regel etwa drei bis sechs Monate. Wird das Piercing gepuncht, verkürzt sich diese Zeit auf zwei bis vier Wochen.

Schmuck für das Helix Piercing

Als geeigneter Piercingschmuck wird meist ein Ball Closure Ring mit einer Materialstärke von 1,6 Millimetern eingesetzt. Alternativ können jedoch auch Labret-Stecker getragen werden. Für den Ersteinsatz wird bis zur Heilung häufig ein gerader Barbell empfohlen, um das frisch durchstochene Gewebe nicht durch zusätzlichen Druck zu belasten wie er bei gebogenem Schmuck entstehen kann.

Bei mehreren Piercings durch die Ohrkante gilt die Ohrspirale als modische Sonderform unter den Schmuckvarianten. Dabei handelt es sich um einen spiralförmig gebogenen Barbell der durch die einzelnen Stichkanäle hindurchgeführt wird. Dabei ist allerdings eine exakte Ausrichtung der einzelnen Piercings erforderlich. Die Abstände der einzelnen Piercings zueinander, müssen gegebenenfalls bereits beim Stechen auf die einzusetzende Spirale angepasst werden.

Variationen

Das Helix-Piercing kann überall an der Ohrkante angebracht werden, ausgehend von der Stelle direkt oberhalb des Ohrläppchens bis oberhalb um die Ohrmuschel-Rundung herum.

Werden zwei sich gegenüberliegende Helix-Piercings mit einem Barbell verbunden, spricht man von einem Industrial- oder auch Scaffold-Piercing. Häufig werden dabei ein Helix-Piercing mit einem Anti-Helix-Piercing kombiniert.

Bei einem tiefer gesetzten Helix-Piercing der oberen Ohrkante handelt es sich um ein Outer-Conch-Piercing. Streng genommen ist dies jedoch keine Sonderform des Helix-Piercings, sondern eine spezielle Positionierung des Conch-Piercings. Dieser wird seinerseits wiederum häufig mit dem Helix-Piercing verwechselt.
Quelle: wikipedia.de
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Industrial Piercing

Bei einem Industrial-Piercing, auch kurz Industrial oder Scaffold-Piercing (Baugerüst) genannt, wird der obere Rand der Ohrmuschel sowohl auf der Seite nahe dem Kopf als auch gegenüberliegend am unteren, äußeren Rand durchstochen, sodass ein langer Barbell durch beide Piercings getragen werden kann.

Die Piercings werden meist mit einem Durchmesser von 1,6 Millimetern gestochen und der Barbell wird dabei auch während der Heilung getragen. Es können aber auch zwei Ball Closure Rings bzw. zwei separate, kurze Barbells für den Ersteinsatz verwendet und später durch einen langen Barbell ersetzt werden. Hierbei können zwar schnellere Heilungserfolge erzielt werden, die genaue Anordnung der beiden Stichkanäle ist bei dieser Methode jedoch schwierig. Dieses Piercing ist nicht bei Jedem möglich, da es stark anatomieabhängig ist.

Wie bei jedem Ohrknorpelpiercing empfiehlt sich auch beim Industrial die Methode des Punchens (die Haut wird hierbei sozusagen “herausgestanzt”). Durch das Punchen wird das Knorpelgewebe nicht nur beiseite gedrängt, sondern gänzlich entfernt. Dadurch werden weitaus schnellere Heilungserfolge erzielt.

Die Heilungsdauer beträgt:

zwischen sechs und zwölf Monate (beim gestochenen Piercing)

zwischen zwei und vier Wochen (beim gepunchten Piercing)

Quelle: wikipedia.de
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Rook Piercing

Ein Rook ist ein Piercing einer bestimmten Stelle der Ohrmuschel. Es sitzt senkrecht in der Antihelix, dem Knorpelsteg, der das Cavum conchae rückenwärts umrandet.

Rock Piercing Stechen und Heilung

Wie auch bei anderen Piercings, wird zunächst die zu durchstechende Hautpartie desinfiziert. Anschließend werden gegebenenfalls Ein- und Ausstischstellen mit einem Stift markiert und einer speziellen Nadel durchstochen.
Damit die umliegenden Knorpelbereiche der Ohrmuschel nicht verletzt werden, wird zum Stechen häufig eine gebogene Nadel oder eine Receiving Tube verwendet.

Als Schmuckeinsatz ist eine spezielle Form des Barbell, der sogenannte Micro Curved Barbell am besten geeignet, da das sehr kleine Schmuckstück durch seine gebogene Form in der Regel weniger Druck auf das Knorpelgewebe ausübt als ein gerader Barbell.

Die Heilungszeit dieses Piercing dauert mit durchschnittlich etwa drei bis vier Monaten etwas länger als bei anderen Knorpelpiercings.

Quelle: wikipedia.de
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Daith Piercing

Ein Daith Piercing ist ein Piercing in der waagerechten Brücke und innersten Auswölbung der Ohrmuschel und damit eine spezielle Form des Ohrlochs.

Variationen

Im Gegensatz zu vielen anderen Piercings ist das Dehnen eines Daith unüblich und oft auch kaum möglich, da es sich um einen zu kleinen anatomischen Bereich handelt.

Weitere Piercings innerhalb der Ohrmuschel sind das Tragus-, Rook-, Snug-, Conch- und Helix-Piercing

Quelle: wikipedia.de
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Snug Piercing

Ein Snug ist ein Piercing durch den Ohrknorpel. Es sitzt in der inneren Knorpelauswölbung parallel zur Ohrkante. Möglich ist dieses Piercing nur, wenn der entsprechende Bereich der Ohrmuschel ausreichend ausgeprägt ist.

Snug Piercing Stechen und Heilung

Wie auch bei anderen Piercings wird zunächst die zu durchstechende Hautpartie desinfiziert. Anschließend wird die Einstichstelle, meist auf der Vorderseite der Ohrmuschel, markiert und mit einer speziellen Nadel durchstochen. Da hierbei vor allem Knorpel durchstochen wird, kann die Durchführung unter Umständen schmerzhafter sein als an knorpelfreien Körperstellen.

Die Heilung dauert zwischen drei und acht Monaten und kann etwas langwieriger verlaufen als bei anderen Piercings, da beim Schlafen meist Druck auf die Stelle ausgeübt wird. Eingesetzt werden sollte ein dem Stichkanal bezüglich Form und Länge angepasster gerader Barbell, damit keinen zusätzlichen Druck auf das verhältnismäßig unflexibele Knorpelgewebe ausgeübt wird. Nach vollständiger Heilung eignet sich jedoch auch ein kleiner Ball Closure Ring oder ein gekrümmter Barbell für den Einsatz.

Sonderform

Eines Sonderform stellt das Ragnar-Piercing dar. Hierbei befindet sich lediglich die Einstischstelle innerhalb der Knorpelauswölbung der Ohrmuschel. Der Stichkanal verläuft wesentlich weiter als beim gewöhnlichen Snug-Piercing und tritt erst an der Ohrkante wieder aus. Diese Variante wird häufig als Kombination zwischen einem Snug- und dem quer durch das Ohrläppchen verlaufenden, sogenannten Transverse-Lobe-Piercing beschrieben.

Aufgrund der Länge des Stichkanals kann der Heilungsprozess in der Regel mit stärkeren Komplikationen verbunden sein. Ob das Stechen eines Ragnar-Piercings möglich ist, hängt stark von den anatomischen Gegebenheiten der Ohrmuschel ab, da diese teils sehr unterschiedlich ausgeprägt ist.

Die erste bekannte Durchführung dieses Piercings wurde von dem US-amerikanischen Piercer John Lopez an Thure Ragnar Stedt vorgenommen, woher sich auch der Name des Ragnar-Piercings ableitet. Die erste fotografische Dokumentation dieser Variante geht auf eine Veröffentlichung aus dem Jahr 2002 zurück.

Quelle: wikipedia.de
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Conch Piercing

Ein Conch-Piercing ist ein spezielles Piercing durch die Ohrmuschel

Variationen

Der Inner Conch (inneres Conch-Piercing), auch Sadhu-Piercing genannt, sitzt in der Mulde in der Mitte der Ohrmuschel. Der Outer Conch (äußeres Conch-Piercing), alternativ auch als Upper Sadhu-Piercing bezeichnet, sitzt oberhalb dieser Mulde und könnte auch als tiefer gesetztes Helix-Piercing beschrieben werden, weshalb Conch- und Helix-Piercing häufig miteinander verwechselt werden.

Sowohl innere als auch äußere Conch-Piercings können auch mit größerem Durchmesser getragen werden. In der Regel wird dabei ein Fleischtunnel eingesetzt. Da das Dehnen von Knorpelgewebe jedoch sehr schmerzhaft sein kann und besonderer Geduld und Pflege bedarf, wird der gewünschte Durchmesser des Stichkanals üblicherweise mit der Dermal-Punch-Methode herausgestanzt.

Ein Orbital-Conch-Piercing besteht aus zwei nebeneinander gesetzten Stichkanälen, durch die ein Ring gezogen wird, sodass dieser zur Hälfte vor und zur Hälfte hinter der Ohrmuschel sichtbar ist.

Schmuck für ein Conch Piercing

Als geeigneter Piercingschmuck sowohl für den inneren Conch wird in modernen Piercingstudios meist ein Barbell beziehungsweise speziell ein Mikro-Barbell oder ein Ball Closure Ring als Ohrring mit besonders großem Durchmesser eingesetzt. Auch Labret-Stecker sind für den Einsatz geeignet. Bei einem gepiercten Conch-Piercing beträgt der Schmuckdurchmesser in der Regel 1,6 Millimeter, bei der gepunchten Variante ist er entsprechend der verwendeten Hohlnadel größer.

Stechen des Conch Piercings

Wie auch bei anderen Piercings wird zunächst die zu durchstechende Hautpartie desinfiziert. Anschließend wird die Einstichstelle, meist auf der Vorderseite der Ohrmuschel, markiert und mit einer speziellen Nadel durchstochen. Da vor allem beim inneren Conch-Piercing nur schwer eine der beim Piercen üblichen Klemmzangen zum Fixieren der Ein- und Ausstichstelle verwendet werden kann, wird beim Stechen häufig stattdessen eine Receiving Tube gegen gehalten.
Weil in der Ohrmuschel vor allem Knorpel durchstochen wird, kann die Durchführung unter Umständen schmerzhafter sein als an knorpelfreien Körperstellen.

Heilung und Risiken

Das Knorpelgewebe ist an dieser Stelle zwar dicker als beispielsweise an der Ohrkante, wird jedoch aus anatomischen Gründen weniger durch den Schmuck belastet. Die Abheilung verläuft daher im Vergleich zu anderen Knorpelpiercings verhältnismäßig schnell. Sie dauert beim gepiercten Conch-Piercing in der Regel zwischen drei und sechs Monaten und bei der gepunchten Variante zwei bis vier Wochen. Das Tragen eines Barbells wirkt sich vorteilhafter auf den Heilugsprozess aus als ein Ball Closure Ring, da er eine geringere Hebelwirkung auf die Ohrmuschel ausübt.

Beim Conch-Piercing kommt es, wie auch bei anderen Piercings in der Ohrmuschel, häufiger zu einer Granulation, als dies bei Piercings durch knorpelfreies Bindegewebe der Fall ist. Manche Piercer empfehlen die Anwendung eines Lokalantibiotikums. Beim Einsatz eines Barbells besteht bei unvorteilhafter Platzierung des Piercings die Gefahr, dass die Kugel auf der Rückseite der Ohrmuschel am Schädel anliegt und dadurch permanenter Druck ausgeübt wird. Theoretisch besteht zudem bei einer starken Infektion die Gefahr einer Gesichtslähmung, falls die Entzündung über die Lymphgefäße und das Innenohr auch den Gesichtsnerv befällt.

Durch den getragenen Schmuck kann es zu einer Beeinträchtigung der auditiven Wahrnehmung kommen, da der Schmuck durch seine Beschaffenheit den Schalleinfall verändern oder den Gehörgang ganz oder teilweise verdecken kann. Ebenso kann beim äußeren Conch-Piercing das Tragen von Ohrhörern, die in die Ohrmuschel eingesetzt werden, unkomfortabel oder nicht mehr möglich sein.

Quelle: wikipedia.de
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Tragus Piercing

Ein Tragus-Piercing ist ein Piercing durch den als Tragus bezeichneten, kleinen und dickeren Knorpelteil am Eingang des Gehörkanals in der Ohrmuschel.
Es wird heute vor allem unter modischen Aspekten getragen, wo es sich besonders während der 1990er Jahre neben dem Rook-, Snug-, Daith- und als seltenere Variante des Ohrlochs etablierte. Im Gegensatz zum Lobe-Piercing durch das Ohrläppchen oder dem Helix-Piercing durch die Ohrkante, taucht es lediglich in der Popkultur auf und besitzt keine historisch-kulturellen Bezüge.

Piercing Variationen

Das klassische Tragus-Piercing wird gewöhnlich mit einem Ball Closure Ring oder einem Labret-Stecker getragen. Das Piercing kann jedoch auch vertikal durch den Tragus gestochen werden. Bei dieser Variante handelt es sich um ein Oberflächenpiercing was in der Regel zu erhöhten Komplikationen führen kann. Zum Einsatz sind ein Curved Barbell oder ein Surface-Bar geeignet.
Das vertikale Tragus-Piercing wurde durch den Piercer Luis Garcia bekannt.
Ein Piercing durch den dem Tragus gegenüberliegenden Knorpelfortsatz wird als Anti-Tragus-Piercing bezeichnet.

Tragus Piercing Stechen

Je nach Präferenz des Piercers kann eine gerade oder gebogene Venenverweilkanüle verwendet werden. Hinter den Tragus sollte ein Stück Kork gegengehalten werden, um Verletzungen im Gehörgang vorzubeugen. Die Möglichkeit des besser heilenden Dermal Punches besteht ebenfalls, wird jedoch nur von wenigen Piercingstudios durchgeführt

Das Tragus-Piercing wird mit normaler Piercing-Nadel gestochen. In den meisten Fällen kommt es zu leichten Blutungen, da der Tragus (anders als oft gedacht) gut durchblutet ist. Das Knorpelgewebe an dieser Stelle ist dünner als beim Conch-Piercing, wird jedoch auf Grund der sehr kleinen und engen Stelle beim Stechen und besonders beim Einsatz des Piercingschmucks stärker belastet. Hierbei ist zu beachten, dass der Einsatz eines Ringes als Erstschmuck schmerzhafter ist als der eines Steckers. Bei einem Stecker wird beim Ersteinsatz in der Regel ein Modell mit Überlänge gewählt, da mit einer Schwellung des Gewebes zu rechnen ist.
Das Dehnen des Stichkanals ist möglich, jedoch sehr unüblich. Zu Blutungen kommt es während und nach dem Stechen nur geringfügig, da die Stelle von verhältnismäßig wenig Bindegewebe umgeben ist.

Heilung und Pflege des Tragus Piercings

Der Heilungsprozess eines Tragus-Piercings kann bis zur vollständigen Heilung zwischen zwei Monaten und über einem Jahr betragen. Oftmals empfehlen Piercer die Anwendung eines Lokalantibiotikums, um dem bei Knorpelpiercings gerne auftretenden Wildwuchs entgegenzuwirken. Von aggressiven Desinfektionsmitteln wie Alkohol wird in der Regel abgeraten.

Risiken

Infektionen des Ohrknorpels (Perichondritis) treten im Bereich des Tragus häufiger als bei einem Piercing des Ohrläppchen auf. Die Behauptung, dass es beim Piercing des Tragus zu einer Schädigung des Nervus facialis mit einer irreversiblen Gesichtslähmung kommen könnte, entbehrt jedoch jeglicher anatomischer Grundlage.

Quelle: wikipedia.de
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Ohrpiercings

Mit einem Ohrloch ist meistens das Piercing durch das Ohrläppchen gemeint, jedoch kann im Ohr an zahlreichen weiteren Stellen in der Ohrmuschel Piercingschmuck angebracht werden, wobei dann häufig kleinere Ball Closure Ringe eingesetzt werden. Diese Piercings ziehen meistens einen langwierigen Heilungsprozess mit sich.

Das Helix verläuft durch das Knorpelgewebe der Ohrkante und gehört zu den häufigsten Piercings in der Ohrmuschel.

Als Industrial werden zwei gegenüberliegende Helix-Piercings verstanden, die mit einem Barbell verbunden sind.

Im Anti-Helix kann das Rook gestochen werden.

Der Daith wird durch die waagerechte Auswölbung in der Ohrmuschel gestochen und ist bedingt durch die geringe Größe der Stelle etwas schwieriger zu stechen.

Das Tragus-Piercing führt durch den Knorpelfortsatz am Eingang des Gehörkanals. An dieser Stelle ist das Knorpelgewebe dünner als beim Conch, wird jedoch aufgrund der sehr kleinen und engen Stelle beim Stechen und besonders beim Einsatz des Piercingschmucks stärker belastet.

Das Snug verläuft durch die innere Knorpelauswölbung parallel zur Ohrkante.

Der Conch sitzt direkt in der inneren oder äußeren Ohrmuschel. Selten sieht man an dieser Stelle auch ein durch Dermal Punch heraus gestanztes Loch mit größerem Durchmesser.

Das Anti-Tragus-Piercing befindet sich entsprechend am dem Tragus gegenüberliegenden Knorpelfortsatz.

Quelle: wikipedia.de
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Piercing

Das Piercing ist eine Form der Körpermodifikation, bei der Schmuck ( Piercingschmuck) in Form von Ringen oder Stäben an verschiedenen Stellen des menschlichen Körpers durch die Haut und darunter liegendes Fett- oder Knorpelgewebe hindurch angebracht wird.

Die Geschichte des Piercing

 Das gezielte Durchstechen verschiedener Haut- und Körperstellen wie Lippen oder Ohren als traditioneller Körperschmuck wird seit Jahrtausenden von zahlreichen Kulturen praktiziert. Die frühesten Belege in Form von Schmuck oder Zeichnungen lassen sich bis auf 7000 Jahre zurückdatieren. Dabei handelt es sich neben der schmückenden Funktion meistens um die Abgrenzung zu anderen Volksstämmen, um spirituelle Ritualeoder die symbolische Darstellung und Zelebrierung eines Veränderungsprozesses der Reife oder des gesellschaftlichen Status. Die meisten Oberflächenpiercings, wie das Korsett-Piercing oder das Madison-Piercing, stellen dagegen eine Neuerscheinung der späten 1990er Jahre dar.

Piercing Verbreitung

Populär sind moderne Piercings vor allem bei jüngeren Menschen. In Deutschland trugen 2009 einer repräsentativen Erhebung der Universität Leipzig zufolge neun Prozent aller Frauen und drei Prozent aller Männer ein Piercing. Unter den 14- bis 24-jährigen Frauen lag der Anteil bei 35 Prozent, bei den 25- bis 34-jährigen Frauen bei 22,5 Prozent. Männer waren am häufigsten im Alter von 25 bis 34 Jahren gepierct (9,3 Prozent). Eine 2008 veröffentlichte Studie aus dem Regensburger Raum (Daten vermutlich 2005 erhoben) hat bei 8,6 Prozent aller Befragten ein Piercing festgestellt: bei 12,0 Prozent der Frauen und 4,1 Prozent der Männer. Mehr als die Hälfte der Menschen mit Piercing (52,8 Prozent) war dabei jünger als 18 Jahre. Die am häufigsten modifizierte Körperstelle war die Ohrmuschel, gefolgt von Nabel und Nasenloch.

Im Jahr 2005 wurde in Großbritannien von Wissenschaftlern der Health Protection Agency des National Health Service sowie der London School of Hygiene & Tropical Medicine eine Erhebung über Piercings an 10503 Erwachsenen aus verschiedenen Regionen des Landes durchgeführt. Es zeigte sich, dass zehn Prozent der Befragten gepierct waren (Ohrringe wurden nicht mit einbezogen), die durchschnittlich Anzahl der Piercings (unter den gepiercten Personen) lag bei 1,71. Der Anteil war höher bei Frauen und bei jüngeren Personen, etwa die Hälfte der Frauen in der Altersgruppe der 16- bis 24-jährigen hatte mindestens ein Piercing. Die häufigst-genannten Körperstellen für Piercings waren Bauchnabel (33 Prozent), Nase (19 Prozent), Ohr (13 Prozent ausgenommen Ohrläppchen/Lobe-Piercing), Zunge (9 Prozent), Brustwarzen (9 Prozent), Augenbrauen (8 Prozent), Lippe (4 Prozent), Genitalien (2 Prozent) und andere Körperstellen (3 Prozent). Bei den Frauen war das Bauchnabelpiercing das häufigste Piercing, bei den Männern war es das Brustwarzenpiercing.

Aktuelle Piercing Trends und die Entwicklungen

Die Profession des Piercings ist einer ständigen Weiterentwicklung unterworfen. Während eine Vielzahl an Piercings auf jahrtausendealte Traditionen zurückgehen (Nostril-Piercing, Labret-Piercing, Apadravya etc.) die lediglich im westlichen Kulturkreis wiederentdeckt werden, sind andererseits in den letzten Jahren eine Vielzahl von Piercings (Lippenband-, Industrial- oder Nefertiti-Piercing) oder Techniken (Microdermals) neu erfunden worden.

Auch ist das Piercing Moden und Trends unterworfen. So waren die ersten Piercings, die in den 1990er Jahren eine breitere Masse ansprachen, Augenbrauen-, Zungen- und Bauchnabelpiercings, wobei die beiden ersten Varianten inzwischen eine geringere Nachfrage verzeichnen. Auch das von Steve Haworth in den 1990er Jahren erfundene Lippenbandpiercing wird heutzutage wieder seltener gestochen. Zur Zeit erfreuen sich der seitlich versetzte Labret, der Tragus, das Septumpiercing sowie das Dehnen der Ohrläppchen wachsender Beliebtheit. Bei den Frauen stellt das aus dem Labret hervorgegangene Madonna-Piercing ein “Trendpiercing” dar, entsprechendes gilt für das Brustwarzenpiercing, welches durch viele Stars popularisiert wurde und momentan in den USA zu den am meisten nachgefragten Piercings gehört. Auch Intimpiercings werden zunehmend häufiger gestochen, was neben dem generell wachsenden Interesse an Piercings auch auf die zunehmende Präsenz von Nacktheit in den Medien sowie die Ästhetisierung dieses Körperbereichs zurückzuführen ist. Durch die mittlerweile zur Normalität gewordene Schamhaarentfernung erfreuen sich auch Piercings im Bereich auf dem Venushügel wie das Christina-Piercing oder das Nefertiti einer zunehmenden Beliebtheit.

Piercing Stechen

Methoden des Piercingschmuck Stechens

Die zu piercende Körperstelle wird zunächst desinfiziert, um Infektionen zu vermeiden. Gegebenenfalls wird die Stelle zuvor auch von Haaren befreit. Der Ein- und Austrittspunkt des Stichkanals wird üblicherweise mit einem Stift markiert und mit einer Piercing-Zange fixiert. Diese weist am Kopf zwei ringförmige Klemmen auf, durch welche die Piercingnadel auf der markierten Stelle angesetzt und hindurchgeführt werden kann. In Europa werden Piercings meist mit einem peripheren Venenkatheter gestochen. Hierbei ist die Nadel durch einen Plastik- oder Teflonüberzug geschützt. Nachdem die Nadel durch die Haut gestochen wurde, wird sie entfernt. Lediglich der Überzug verbleibt in dem Stichkanal. Mit Hilfe dieses Überzuges wird der Schmuck durch den Stichkanal gezogen. Bei schwer zugänglichen und engen Stellen wird beim Durchstechen häufig zusätzlich eine Receiving Tube gegengehalten, um einen Gegendruck zu erzeugen und die Nadel abzufangen, bevor sie gegenüber dem Stichkanal liegendes Gewebe verletzen könnte.

In den USA verwenden Piercer üblicherweise eine aus Chirurgenstahl gefertigte spezielle Piercingnadel mit einem Hohlraum. Der Schmuck wird hierbei direkt in die Nadel eingesetzt und anschließend beim Durchschieben in das Bindegewebe eingesetzt.

Bei Ohren- oder Nostril-Piercings wird außerhalb von Piercingstudios, beispielsweise bei Juwelieren, häufig die Ohrlochpistole angewendet. Von seriösen Piercern wird dieses Verfahren allerdings abgelehnt, da dabei die Gefahr besteht, dass das Gewebe einreißt oder an Knorpelstellen splittert. Außerdem ist die Pistole nicht vollständig sterilisierbar. Zudem sind die hierbei verwendeten Ohrstecker für den Ersteinsatz ungeeignet.

Eine weitere Methode ist der sogenannte Dermal Punch. Dabei werden Gewebeteile mit einer Hohlnadel bis zu einem Durchmesser von acht Millimetern heraus gestanzt. Dieses wird vor allem angewendet, um größeren Schmuck in Knorpelgewebe einsetzen zu können. Weil hierbei Gewebe komplett entfernt und nicht verdrängt wird, heilen gepunchte Piercings besser, da der Schmuck weniger Druck ausübt.

Indigene Völker führen Piercings meist traditionell mit geeigneten Naturmaterialien wie Dornen oder spitzen Tierknochen durch. Auf den Pazifik-Inseln werden beispielsweise die spitzen Enden der Süßkartoffel-Pflanze verwendet.

Schmerzen beim Piercing Stechen

Oftmals geäußerte Bedenken betreffen die mit dem Stechvorgang einhergehenden Schmerzen. Der Schmerzreiz beim Einstich der Piercing Kanüle kann verschieden intensiv wahrgenommen werden. Unterschiedliche Piercings unterscheiden sich dabei nach dem Grad der Schmerzhaftigkeit beim Stechen.

Einfluss hierauf haben zum einen die Länge des Stichkanals und zum anderen die Art und die Schmerzempfindlichkeit des Gewebes, durch welches das Piercing verläuft. Piercings mit langem Stichkanal sind grundsätzlich schmerzhafter. Demnach schmerzt z. B. das Stechen eines Christina-Piercings weniger als das Stechen eines Nefertiti-Piercings, da der Piercer hierbei mit der Nadel einen längeren Weg zurücklegt und jene langsamer hindurchführt. Wiederum gelten Knorpelgewebe, wie am Nasenflügel, und knorpelhaltiges Mischgewebe, wie im Lippenbereich, in Bezug auf ein Piercing als relativ schmerzempfindlich. Daher sind z. B. Piercings durch den Ohrknorpel (wie Helix, Rook oder Tragus) schmerzhafter als ein durch das Ohrläppchen verlaufendes Lobe-Piercing („klassisches“ Ohrloch).

Die Berührungsempfindlichkeit einer Körperstelle ist nicht zu verwechseln mit der Schmerzempfindlichkeit derselben. Dies liegt an unterschiedlichen Nervenbahnen und Rezeptoren für die verschiedenen Reizarten. Normale taktile Reize an der Hautoberfläche (wie leichter Druck oder Streicheln) werden durch Mechanorezeptoren – insbesondere den Ruffini-Körperchen, den Vater-Pacini-Lamellenkörperchen und den Merkel-Zellen – registriert und auf korrespondierenden Neuronenbahnen zum Gehirn geleitet. Der durch den Einstich der Nadel bedingte Schmerz wird hingegen von Nozizeptoren genannten Rezeptoren bedingt, welche auf die Gewebeverletzung reagieren und den Schmerz auf gesonderten neuronalen Wegen weiterleiten. Die beim Einstich entstehenden Schmerzen werden hauptsächlich durch A-Mechanonozizeptoren verursacht, deren Verteilung auf der Körperoberfläche relativ gleichmäßig ist. Dies erklärt, warum Piercings im Intimbereich, obwohl das Gewebe dort sehr berührungssensibel ist, allgemein nicht schmerzhafter empfunden werden müssen, als Piercings in anderen Körperbereichen.

Vor dem Piercing stechen Betäuben ?

Prinzipiell besteht die Möglichkeit, vor dem Stechen des Piercings eine Betäubung der Körperstelle durchzuführen. Dies kann auf zwei Arten erfolgen:

Regionalanästhesie: Dabei wird mit einer Spritze ein subdermal (im Gewebe) wirkendes Anästhetikum injiziert. Nach einer Zeitperiode von zirka fünf bis zehn Minuten ist die betreffende Körperstelle betäubt. Jedoch stellen sich hier folgende Probleme: zum einen darf aufgrund rechtlicher Bestimmungen eine Injektion nur von einem Arzt oder einer medizinischen Fachkraft durchgeführt werden, nicht von einem Piercer. Weiterhin ist diese Form nicht empfehlenswert, da die Schmerzen des Piercings quasi nur gegen vergleichbaren Schmerzen der Spritze „ausgetauscht“ werden, sowie diese Form der Betäubung mit Nebenwirkungen und Risiken verbunden ist, die dem Schmerz des Piercings nicht angemessen sind.

Oberflächenanästhesie (topische Anästhesie): hierbei wird ein Wirkstoff in Form von Salbe oder Spray direkt auf die Hautoberfläche aufgetragen, es wird nicht gespritzt. Dabei werden vorwiegend Produkte auf Basis von Lidocain, Procain oder Benzocain verwendet. Bei dieser Form besteht das Problem, dass sie nur für Schleimhautgewebe wirklich geeignet ist, da sonst die tieferen Gewebeschichten nicht erreicht werden und das Stechen des Piercings damit nicht weniger weh tut.

Aus genannten Gründen wird auf eine Anästhesie vor dem Piercing häufig verzichtet.

Piercing Heilungsprozess nach dem Stechen

Da die Wunde eines neuen Piercings vom eingesetzten Schmuck offen gehalten wird, bildet sich während der Heilungsphase von außen nach innen ein Hautschlauch entlang des Stichkanals, der den Schmuck umschließt. Dabei wird zunächst nach der Gerinnung eventueller Blutungen die Durchblutung im umliegenden Gewebe gefördert, was in der ersten bis zweiten Woche häufig zu Rötung, Schwellung und Erwärmung führt. Blutgerinnsel werden durch abgesonderte Wundflüssigkeit heraus gespült. Bei einer Infektion kann es zum Austreten von bakterienbekämpfenden Leukozyten (Eiter) kommen.

Die Dauer des Heilungsprozesses ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie Schmuckmaterial, Hygiene, Pflege und der durchstochenen Körperstelle sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand und Alkohol- oder Nikotinkonsum. Während gut durchblutete Schleimhäute und Intimpiercings mit regelmäßigem Kontakt zu Eigenurin vorteilhafter verheilen, gestaltet sich der Prozess bei Knorpelgewebe langwieriger, da Knorpel keine eigenen Blutgefäße besitzt, sondern von der darüber liegenden Knorpelhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird.

Einen Problemfaktor stellt die Reizung durch regelmäßige Bewegung oder Reibung dar, wonach sich zum Beispiel der Heilungsprozess eines Bauchnabelpiercings mit permanentem Kontakt zum Hosenbund oder ein Handweb zwischen den Fingern als besonders problematisch gestalten kann. Wird der Schmuck innerhalb der ersten Wochen nach dem Stechen gewechselt, kann der Heilprozess dadurch ebenfalls negativ beeinflusst werden und die Infektionsgefahr steigen.

Entfernen

Wird ein Piercing noch vor dem abgeschlossenen Heilungsprozess herausgenommen, verklebt der Stichkanal in der Regel zunächst und wächst anschließend schnell und vollständig wieder zusammen, so dass später kein Schmuck mehr eingesetzt werden kann. Ein vollständig abgeheilter Stichkanal bleibt dagegen üblicherweise erhalten, wodurch sich auch weiterhin Talgablagerungen darin bilden können. Häufig verengt er sich nach Entfernen des Schmucks und wächst an den Ein- und Ausstichstellen zusammen, wobei meist kleine punktförmige Narben entstehen.

Piercing Schmuck und Materialien

Zum Einsatz werden vorzugsweise verschraubbare Barbells (Stäbe mit zwei verschraubten Kugeln an den Enden) oder Ball Closure Rings mit Klemmkugel verwendet. Diese sind in verschiedenen Durchmessern und Materialstärken erhältlich. Normalerweise wird ein Piercing mit einer Drahtstärke von 1,6 Millimetern gestochen.

Geeignet ist 750er Gold, Platin, Niob, Titan, PTFE oder medizinischer Edelstahl. Seit kurzem darf auch wieder 316L-Implantatstahl für den Ersteinsatz verwendet werden.

Darüber hinaus ist jedoch auch Schmuck aus zahlreichen weiteren Materialien wie Glas und Plastik oder organischen Materialien, wie Holz und Horn erhältlich. Dieser sollte jedoch erst bei vollständig verheilten Piercings eingesetzt werden.

Quelle: wikipedia.de
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